Aus dem 30-jährigen Krieg

Der 30ajährige Krieg von 1618/46 war ein Kampf europäischer Fürsten um die Vorherrschaft in Europa. Ausgelöst wurde der Krieg durch den Prager Fenster-Sturz und wurde unter religiösen Deckmantel geführt. In Wirklichkeit verbündeten sich katholische und protestantische Mächte, wenn es ihnen nützlich erschien. Zum Westfälischen Frieden kam es, nachdem alle kriegführenden Parteien erschöpft waren. Deutschland zersplitterte sich in etwa 300 selbst ständige Fürstentümer.
Auch Monstab hat im 30 järigen Krieg schwer gelitten, wie eine Urkunde vom 30.Dezember 1630 zeigt, die im Jahr 1966 im Turmknopf der Kirche gefunden wurde.

Abschrift vom Original:

Z u g e d e n c k e n das dieser Knopf, nachdem er 28 Jahr auf diesem Thurm gestanden im 1630 Jahre wiederümb abgenommen und gebessert worden müsse, weil, als die Keyserlichen Reüter in etlichen Dörffern des Ambtes Altenburgk, wie denn auch hier zu Monstab gelegen, ein Gottloser Bube da durch geschossen, sintemahl ein recht elender und hülfloser Zustand gewesen, welches diese Gegend wegen bemeldeter Zustand gewesen, welches diese Gegend wegen bemeldter Einquartierung, Blackereyen und vielfaltiger Schatzung, dermassen betroffen, das die Unterthanen in großer Armuth und unüberwindliches verderben gerathen, den alten Pfarrer dieser orts Mgro. Johannis Tauchwitzen, welcher domals noch am Leben und in viduitate gewesen, doch sein Ambt mehrertheils durch seinen Sohn Theoclorium so ihm zum Substituten zugeordnet gewesen, müße versorgen lassen, ist innerhalb dneyer viertel Jahres, über 300.... schaden geschehen Sintemahl ihm drey schöne Pferde vorn Felde genommen worden, Und ob er wohl noch zwey Pferde in der Stadt Altenburg über ein viertel Jahr erhalten hat er doch damit nicht ins Feld gedurft, um alles über Sommer hes können, die Einwohner diese Dorffs Monstab haben einstheils ihre Güther liegen lassen und sich ezliche Wochen an sicherer Örter sonderlich im Churfürstenthumb Sachsen aufgehalten, die weniger aber, so hier darblieben, sind einstheils umb zwey hundert gulden an guter Reichsmüntze sintemahl die Soldaten, so fast alle Chatholichen, mit Bier und gemeiner Hausspeise nicht besütiget seyn, sondern Reinischen Wein und jede Mahlzeit 10 und 12 Essen haben. wollen, bißdas sie alles aufgefressen und endlichen mit saurem Kraut und Erbsmüsern vorlieb nehmen müssen, Gott erbarme sich hiefüro unser, und behüte uns für dergleichen Übel, Amen.

Kirchväter sind damals gewesen Hans Köhler zu Schlauzs und Georg Köhler zu Monstab. Signatum
den 30. Decembris ausgangs des 1630 Jahres.

Aus diesem Schriftstück sehen wir, welche große Last der Krieg bedeutete.
Im folgenden möchte ich auf die Kriegs Geschehnisse in Sachsen um 1630 eine gehen, um dann auf die gefundenen Dokumente zurück zukommen.
Im Jahre 1632 marschierte Wallenstein nach Sachsen. Bei Lützen kam es am16. November zur Schlacht zwischen Wallenstein und dem Schweden König. Danach wich Wallenstein einer neuen Schlacht aus und nahm Friedensverhandlungen mit Sachsen auf.

Diese Tatsachen spiegeln sich in der handgeschriebenen Chronik von Monstab wider. Vom 16. 18.Oktober 1632 kam Herzog Wallenstein mit 40 000 Soldaten nach Altenburg. Und am 17. 10. 1632 um 10.00 Uhr früh brachen in der Kirche in Monstab die Reiter Wallensteins ein und raubten Inventar. Eben falls drangen sie in alle Häuser und öffneten die verschlossen gewaltsam. In Schlauditz misshandelten sie den Dienstknecht Christoff Köhlers, Namens Thomas Kallert im Hofe, so dass der starb.

Im 30 jährigen Krieg brachte die Pest im Jahre 1633 44 Todesopfer.
Man errichtete Hütten für die Kranken, um die Wohnhäuser vor der Ansteckung zu bewahren, wie einer Notiz in der handgeschriebenen Chronik zu entnehmen ist.

Ein weiteres Beispiel für die grausamen Zeiten im 30 jähriger Krieg möchte ich nun anführen.
1636 "Wegen Unsicherheit der Straßen wurde angeordnet, dass sobald sich streitende Rotten zeigten mit Glocken geläutet und ein Ort dem anderen zu Hilfe eilen sollte“ (handgeschriebene Chronik) immer wieder wird in der Chronik berichtet, dass kaiserliche Soldaten in Wohnhäuser, in die Schule und in die Kirchen der Dörfer plünderten,

Beispielsweise in den Jahren 1634, 1636 und 1637.

Da zu kam noch, dass viele Krankheiten der 30 jährige Krieg mit sich brachte, so sind zum Beispiel im Jahre1637 84 Personen in Monstab an Masern, Blattern, roter Ruhr und Pest starben. Zum Teil starben ganze Familien. Manchmal wurden auch gleich 2 Tote in einem Grab beerdigt.

Im 30 Krieg sanken etwa 10 000 Dörfer und 1 600 Städte in Schutt und Asche, der Bevölkerungsverlust betrug insgesamt 30 %‚ teilweise in Städten und Dörfern zwischen
50% und 70%.
Auch in Monstab sanken die Bevölkerungszahlen, durch die Krankheiten und Gewaltsamkeiten, die täglich auf der Tagesordnung standen, ab.

Im Buch “Das Altenburger Land“ ist in der Bevölkerungstabelle festgehalten, dass im Jahre 1580 120 Menschen in Monstab lebten (sicher ist bis zum Ausbruch des 30 jährigen Krieges die Zahl noch gestiegen) und 1672 waren es nur noch 82 Menschen.