Monstab - Der Butterschmelzer

Dieser im gesamten deutschen Sprachgebiet nur einmal vorkommende Ortsname veranlasst noch heute jeden Ortsfremden uns Monstaber zu fragen: “Was soll dieser Name bedeuten?“
Immer wieder haben die Menschen unserer Gegend versucht, diesen Ortsnamen zu erklären.

Ein Beispiel aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts möchte ich im Folgenden nun anführen.

„Ein Mahnstab, ein etwa hier gewesener irgendwie zur Mahnung oder Weisung dienender Stab konnte leidet dem Dorf seinen seltsamen Namen schallen. Einst aber fabelte man, dass Andächtige zur heiligen Kirche gewallfahrt sein, mit Stäben, wie die Jakobsbrüder und bei Mondschein, nach des Orts Gebrauch, und dass daher Monstab seinen Namen habe“.

Dies war ein Beispiel für die unwissenschaftliche Deutung des Namens.

Die Urkundenforschung hat aber festgestellt.

Schon 976 und 1270 wurde Monstab als Mazceltorp und Mazeltorph, auch 1255 als Mazdorph bezeichnet. Durch die Endung „-torp“ dachten die Geschichtsschreiber es sei deutsch, aber nachdem das “r“ wegfiel, erschien die echte slawische Form, Mazel oder Maziltorph und Maseltob. Ende 13. und im 14. Jahrhundert schob man das “n“ ein. So hieß es jetzt Monstoph, Monstaph, Monstoph und Monstop, bis schließlich der Volksmund Maschb daraus machte.

Manstap findet sich auch in zwei Schenkungs- und Bestätigungsurkunden vom Bischof in Naumburg, in den Jahren 1404 und 1489 wieder. Monstab in der jetzigen Schreibweise ist seit 1549 bekannt.

Die erste urkundliche Erwähnung war 976 unter Kaiser Otto II. Kaiser Otto der fl. war Nachfolger Otto des 1. Er wurde 955 geboren und starb am 7. 12. 983. Seit 961 war er König und seit 967 Kaiser. Nach dem Tod von Otto des 1., 973, trat er die Herrschaft im deutschen Staat reibungslos an. Er setzte die Eroberungspolitik seines Vaters fort. Speziell die feudale deutsche Ostexpansion, dies ist die Bezeichnung für die Eroberungszüge deutscher Feudalherren in die slawischen Gebiete östlich ehemaligen Reichsgrenze (Elbe-Saale-Böhmerwald-Ostalpen). 976 war Altenburg Befestigungsstützpunkt des deutschen Kaisers. In diesem Zusammenhang wurde Monstab das erste Mal erwähnt.

Um noch einmal auf die Namensdeutung zurückzukommen, übersetzt man Monstab vom Slawischen ins Deutsche, so erzählt man den Namen Butterschmelzer, denn Mazel oder Maziltorph stammt von Maslo=Butter und monumb= zerlassen oder schmelzen. Diese beiden Wörter existieren noch heute im Russischen. Dieser Name rührt daher, dass unser Dorf, wie die gesamte Gegend östlich der Saale, von Sorben besiedelt war. Wahrscheinlich entstand dieser Name dadurch, weil der Boden von Monstab sehr fruchtbar war und ist. Ein weiteres Beispiel für die Fruchtbarkeit des Bodens ist in der Monstaber Umgebung die Bezeichnung Monstab „Schmalzgruber des Altenburger Landes“.