Aus der Geschichte der Gemeinde Monstab

Der Ort Monstab war seit der Pfarramtsverwaltung durch M. Johann Tauchwitz bis 1853 der ständige Sitz einer Lokaladjunktur, zu welcher außer Monstab mit seinen Filialen und Schulen Großröda und Leesen, Kosma, Dobitschen, Gödern mit Filial Romschütz, Göllnitz, Lumpzig mit der Schule in Großbraunshain, Mehna mit Filial und Schule Dobraschütz, Oberlödla, Saara mit Filial Mockern, Stünzhain und Tegkwitz gehörten.
Die Parochie Monstab nahm mit ihren 15 zum Teil sehr kleinen Dörfern einen Flächenraum von etwas über einer halben Quadratmeile ein. Sie bildete mit den beiden Filialen Großröda und Leesen und den Filialkirche der eingesparten Dörfer Alt- und Neupoderschau, Kleinröda, Rositz, Kröbern, Posa, Schlauditz, Wiesenmühle und Zechau einen eigenen Amts- und einen Stadeamtsbezirk und zählte somit am 1. Dezember 1880 in 489 Familien 2261 Einwohner, welche in 349 Häusern wohn ten. Aus den Kirchenbüchern geht folgendes hervor. Im Jahr 1880 gab es 115, Taufen,
18 Trauungen sowie 96 Beerdigungen. Gegenüber dem Jahr 1840 waren es 87 Taufen, 20 Trauungen, 54 Beerdigungen und im Jahr 1883 sind 109 Taufen, 26 Trauungen und 105 Beerdigungen festgehalten.
Die Stiftung der Kirche von Monstab ist sehr alt, und das Kirchspiel hat im Laufe der Zeit große Veränderungen er fahren. Nach alten, jedoch nicht mehr vorhandenen Dokumenten soll die hiesige Kirche mit drei Priestern besetzt gewesen sein. Spuren‘ von ehemaligen kirchlichen Zusammenhängen der da maligen Pfarrdörfer mit Monstab waren nur noch bei Rositz und Kriebitzsch er halten.
Ein Verzeichnis des „Kirchlohns zu Monstab“ (der Besoldung des Kirchners), und zwar in Garben und Körnern, vom Jahre 1502 kam aus der Parochie Rositz, Schelditz, Fichtenhainichen und Gorma. Kriebitzsch blieb der Pfarrei Monstab zinsverwandt.
Die Felder, von welchen die Garben kamen, waren in Kriebitzsch.
Im Jahre 1328 wurde die Parochie Monstab vom Bischof Heinrich 1. zu Naumburg dem Stiftskapital in Zeitz und von diesem 1329 der Stiftsscholasterei übereignet und es wurden von dem Scholasticus in Zeitz die Pfarrer hier ein gesetzt und mit dem Pfarrgute belehnt. Seit der Reformation hat diese Kollatur aufgehört und es blieb nur eine jährliche Abgabe des vorigen Zusammenhangs. Neue Vergrößerung erhielt das Kirchspiel durch das Hinzukommen der Rödaer Kirchgemeinde im Jahre 1554, zu welcher noch Posa, Pöhla und Kostitz mit den damaligen 24 angesessenen Rittersitzen und der Schäferei zu Starkenberg mit gehörten. Ein Bericht vom Jahre 1644 gibt die Bevölkerung in beiden Filialgemeinden mit 485 an. Zuwachs erhielten sie, indem zu Anfang des vorigen Jahrhunderts ein Neupoderschau und ein Kleinröda entstanden.

Ingrid Matuszczak